Solarprojekt

Eigentlich konnten wir durch das Wasserprojekt dafür sorgen, dass zuverlässig Wasser für die Kinder vorhanden ist - wäre da nicht das Problem mit dem Strom. 

Ende 2023 begann die Regierung, Stromrationierungen durchzusetzen. Einige Nachbarviertel waren 6 Monate lang ohne Strom, GEH traf es dagegen noch vergleichsweise gut und es kam „nur“ immer wieder wochenlang zu Stromausfällen. 2024 intensivierte sich die Stromrationierung.

 

Problematisch dabei war, dass selbst wenn Strom vorhanden war, dieser mit so geringer Spannung ankam, dass teilweise nicht einmal Glühbirnen angingen und damit selbst das faktische Vorhandensein von Strom nicht zu einer praktischen Stromnutzung führte.

Trotzdem wurden und werden extrem hohe Stromrechnungen gestellt.
Diese erhöhen sich weiter, da das gesamte Viertel auf die Wasserversorgung in GEH angewiesen ist und dadurch häufig (sobald ausreichend Stromspannung vorhanden ist), Wasser gepumpt werden muss. Da leider nur selten ausreichend Stromspannung vorhanden war, kam es in der Folge im Frühjahr 2024 erneut zu einem Wasserproblem in GEH – frei nach dem Motto „no electricity, no water."

 

Obwohl also eigentlich Wasser da wäre, konnte es aufgrund der fehlenden Stromversorgung nicht nach oben gepumpt und genutzt werden. 

Wir besprachen daher mit Sister Ann im März und April, welche Lösungen es geben kann und schnell wurde klar, dass Solarpaneele zur Betreibung der Wasserpumpen ideal wären. Das hatten wir ja bereits in 2022 und 2023 angedacht, viel mit Sister Ann diskutiert und die Recherche hierzu angestoßen. Wir waren uns hierbei bislang lediglich unsicher, inwieweit eine Umsetzung vor Ort technisch und fachlich möglich ist und ob eine zu große Aufmerksamkeit damit auf das Heim gelenkt wird, wenn sie die Einzigen vor Ort wären, die über diese Technik verfügen.

Da das Stromproblem in Bamenda und Umgebung jedoch viele Menschen akut betrifft, gibt es seit kurzem einige Firmen vor Ort, die sich auf Solaranlagen spezialisiert haben, sodass die Beschaffung der Paneele gar kein Problem mehr war. Hier hat sich im letzten Jahr – sozusagen aus der Not heraus – richtig viel getan und Sister Ann konnte innerhalb kurzer Zeit nicht nur eine Firma finden, sondern auch direkt ein Angebot und einen Zeitplan auf die Beine stellen.
Die Sorge, zu viel Aufmerksamkeit auf das Heim zu lenken, war damit auch nicht mehr gegeben, da Solarpaneele derzeit „aus dem Boden sprießen“, wo immer möglich. Auch dass lokale Firmen damit unterstützt werden können, hat uns begeistert. Zu unserer Freude und Überraschung konnte die beauftragte Firma dann tatsächlich schnell und effizient Solarzellen liefern und installieren. 

Für 5.000€ konnten wir so schon im Mai einige Solarpaneele auf das Dach der Anamed Klinik bauen. Die Bauphase lief unkompliziert und zügig ab und nun kann jederzeit, unabhängig von der Stromrationierung der Regierung, ausreichend Wasser gepumpt und verteilt werden.
Für Sister Ann und die Kinder und auch das gesamte Viertel, das auf das Trinkwasser mit angewiesen ist, war das ein großes Fest und eine Erleichterung. 

 

Gerne würden wir auch weitere Solarpaneele installieren und so das gesamte Haus unabhängiger von der Stromversorgung machen (nicht "nur" die Wasserpumpe). Das jedoch liegt derzeit leider nicht im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten, da zunächst die Alltagsversorgung und die Schulgebühren bezahlt werden müssen. Langfristig möchten wir hier aber das Heim autarker und unabhängiger machen und so auch Stromrechnungen sparen.